Fußball

Fabrizio Romano: So hoch ist das Vermögen 2026

Aktualisiert am 27.7.20261 bis 5 Mio. €

Kaum ein Name steht so sehr für den Fußball-Transfermarkt wie Fabrizio Romano. Seine Formel “Here we go!” ist längst ein globales Meme, seine Reichweite auf Social Media übertrifft die vieler Fußballklubs selbst. Doch wie genau verdient ein Transfer-Journalist eigentlich sein Geld, und wie viel davon bleibt am Ende hängen? Ein Blick auf die verfügbaren Quellen zeigt ein deutlich vielschichtigeres Bild als die Millionen-Zahlen, die auf vielen Klickköder-Seiten kursieren.

Vom Schüler-Reporter zum globalen Markennamen

Romano wurde 1993 in Neapel geboren und schrieb laut englischer Wikipedia bereits mit 16 Jahren als Schüler erste Fußballnachrichten für die italienische Seite FcInterNews.it. Sein Durchbruch gelang ihm 2011, als er von einem Spielerberater in Barcelona Insiderinformationen zum damaligen Talent Mauro Icardi erhielt. 2012 wechselte er zu Sky Sport Italia, wo er unter anderem eng mit dem etablierten Transfer-Experten Gianluca Di Marzio zusammenarbeitete und sich ein weitreichendes Netzwerk aus Beratern, Klubs und Funktionären aufbaute. Später kamen Engagements bei CBS Sports Golazo und, auf Honorarbasis, beim britischen Guardian hinzu. Im Dezember 2024 wurde zudem eine Zusammenarbeit mit dem Portal GiveMeSport bekanntgegeben.

Die Einnahmequellen im Überblick

Festanstellungen und Medienpartnerschaften

Der Kern von Romanos Einkommen dürfte nach wie vor aus klassischen Medienverträgen stammen: eine langjährige Rolle bei Sky Sport Italia, eine Partnerschaft mit CBS Sports Golazo, freie Beiträge für The Guardian sowie seit Ende 2024 die Zusammenarbeit mit GiveMeSport. Konkrete Gehälter werden von keinem der Sender oder Verlage veröffentlicht.

Social Media, Podcast und YouTube

Romano vereint über verschiedene Plattformen hinweg eine der größten Reichweiten im Sportjournalismus weltweit. Laut deutscher Wikipedia lag seine Followerzahl allein auf X (vormals Twitter) im Juni 2025 bei rund 24,9 Millionen, andere Berichte aus dem Jahr 2026 sprechen bereits von 27 Millionen. Hinzu kommen Millionen weitere Follower auf Instagram, TikTok und Facebook sowie ein YouTube-Kanal, den die englische Wikipedia mit rund 2,8 Millionen Abonnent:innen und mehr als 340 Millionen Videoaufrufen angibt. Zusammen mit seinem Co-Moderator Francesco Porzio betreibt er außerdem den “Here We Go Podcast” rund um Transferthemen. Bei dieser Reichweite lassen sich klassische Werbeeinnahmen (Anzeigen auf YouTube, Sponsoring einzelner Podcast-Folgen) realistisch im sechsstelligen Euro-Bereich pro Jahr vermuten, exakte Zahlen sind aber nicht öffentlich.

Bezahlte Erwähnungen: eine Kontroverse mit Nachspiel

Anfang 2024 sorgte eine Recherche des dänischen Portals Tipsbladet für Aufsehen: Ein mit Romano verbundenes Unternehmen habe Klubs wie dem FC Kopenhagen und dem norwegischen Erstligisten Vålerenga angeboten, gegen Bezahlung (laut damaliger Berichterstattung rund 1.000 Euro für eine Erwähnung in einem Beitrag, mehrere Tausend Euro für ein Video) Transferinformationen zu verbreiten. Beide Klubs bestätigten gegenüber Tipsbladet, ein solches Angebot erhalten zu haben. Die Geschichte ging danach allerdings noch weiter: Der dänische Presserat (Pressenævnet) rügte Tipsbladet im Herbst 2024 laut englischer und deutscher Wikipedia für Teile der Berichterstattung, insbesondere für unzutreffende Angaben zu einem angeblich “hinter” Romano stehenden Unternehmen sowie dafür, ihn vor der Veröffentlichung nicht ausreichend mit den Vorwürfen konfrontiert zu haben. Tipsbladet musste den ursprünglichen Artikel daraufhin zurückziehen und korrigieren. Für eine seriöse Einordnung heißt das: Ein kommerzielles Geschäftsmodell rund um seine Reichweite ist plausibel und in Teilen dokumentiert (etwa über personalisierte Videobotschaften auf der Plattform Cameo, die laut Schweizer Medienberichten rund 130 Franken kosten), die konkreten Preisangaben aus der ursprünglichen dänischen Recherche wurden jedoch presserechtlich beanstandet und sollten entsprechend vorsichtig behandelt werden.

Der Saudi-Arabien-Deal: ein handfester Beleg für kommerzielle Reichweite

Deutlich besser belegt ist ein Vorfall aus dem März 2026. Romano veröffentlichte auf X ein rund zweieinhalbminütiges, mit “#Ad” gekennzeichnetes Werbevideo für das staatliche saudi-arabische “King Salman Humanitarian Aid and Relief Centre”, in dem er die “weltweit führende humanitäre Rolle” Saudi-Arabiens lobte. Das Video erreichte laut mehreren Medienberichten über 12 Millionen Aufrufe und löste heftige Kritik aus, unter anderem weil Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch dem Land schwere Menschenrechtsverletzungen und für 2025 mindestens 356 Hinrichtungen attestieren. Romano soll nach Berichten mehrerer Medien im Zuge der Kontroverse sogar Anwälte eingeschaltet haben. Über die konkrete Höhe der Bezahlung für diesen Werbedeal ist nichts bekannt, er zeigt aber, dass Romano seine Reichweite nachweislich auch an zahlungskräftige, nicht-fußballnahe Auftraggeber vermarktet.

Warum man Online-Schätzungen misstrauen sollte

Wer nach “Fabrizio Romano net worth” sucht, stößt auf eine breite Palette automatisch generierter Schätzseiten mit teils absurd weit auseinanderliegenden Zahlen: von rund 270.000 US-Dollar über zwei Millionen Euro bis hin zu behaupteten 10 Millionen US-Dollar Gesamtvermögen oder sogar über 8 Millionen US-Dollar Jahreseinkommen allein aus Social Media. Diese Tools arbeiten in aller Regel mit reinen Follower- und Aufrufzahlen-Formeln, ohne Kenntnis der tatsächlichen Verträge, und sollten nicht als belastbare Quelle behandelt werden.

Fabrizio Romanos Vermögen 2026: Eine seriöse Einordnung

Belastbare, offizielle Zahlen zu Romanos Vermögen gibt es nicht. Für eine realistische Einordnung sprechen aber mehrere Faktoren: eine seit über einem Jahrzehnt bestehende, mehrgleisige Anstellung bei großen Medienhäusern (Sky, CBS, zuletzt GiveMeSport), eine der größten Reichweiten im gesamten Sportjournalismus mit entsprechendem Werbewert, ein zumindest teilweise dokumentiertes kommerzielles Geschäftsmodell rund um bezahlte Erwähnungen und mindestens ein sehr sichtbarer, gut bezahlter Deal mit einem staatlichen Auftraggeber aus Saudi-Arabien. Anders als etwa bei Personen ohne eigenständige mediale Vermarktung erscheint bei Romano ein Vermögen im niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbereich (grob geschätzt 1 bis 5 Millionen Euro) plausibler als die vereinzelt kolportierten zweistelligen Millionensummen, die sich mit den vorliegenden Quellen jedoch nicht belegen lassen.

Fazit

Fabrizio Romano hat sich vom Schülerreporter zu einer eigenen Marke entwickelt, die weit über klassischen Journalismus hinausgeht. Sein Einkommen dürfte sich heute aus mehreren Säulen zusammensetzen: festen Medienverträgen, Werbeeinnahmen über seine Social-Media-Kanäle, einem kommerziellen Geschäft rund um bezahlte Erwähnungen (dessen genaue Konditionen presserechtlich umstritten sind) und punktuellen, gut dotierten Werbedeals wie dem mit Saudi-Arabien. Wie viel davon am Ende als Vermögen übrig bleibt, ist mangels offizieller Zahlen nur zu schätzen, wilde Millionen-Behauptungen einzelner Net-Worth-Seiten sollten dabei mit Vorsicht genossen werden.


Quellen

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